Nagios

Systemüberwachung mit Nagios

Jeder EDV-Administrator kennt das Szenario. Oft wird man erst durch den EDV-Benutzer auf Probleme im Netzwerk aufmerksam gemacht. Das verursacht Kosten, Arbeitsausfälle und nicht zuletzt Unzufriedenheit bei den betroffenen Mitarbeitern. Doch die Problemlösung beginnt erst mit der aufwendigen Suche nach der Ursache und in der Regel ist bereits ein Schaden entstanden.

Um auf Störungen oder Ausfälle rechtzeitig reagieren zur können, verwendet man sogenannte Monitoring-Systeme. Nagios ist ein derartiges lizenzkostenfreies Instrument zu Systemüberwachung auf Open Source Basis (Linux). Die eingebundene IT-Infrastruktur wird dabei ständig überwacht. Warnungen erfolgen frühzeitig und automatisch und so können Störungen oftmals beseitigt werden, bevor sie Schaden anrichten - oder im schlimmsten Fall die Existenz des Unternehmens gefährden.

Die Funktionsweise von Nagios stellt sich wie folgt dar: das System überwacht z.B. die Verfügbarkeit von Diensten und informiert den Administrator, wenn definierte Parameter nicht mehr übereinstimmen. So erfährt er schnell, wenn der Mail-Server nicht mehr antwortet, eine Partition im Server keinen Speicherplatz mehr hat oder ein Netzwerkdrucker nicht mehr erreichbar ist. Es werden auch Statistiken über freie und verwendete Kapazitäten gesammelt, damit besonders kritische Bereiche frühzeitig erkannt und optimiert werden können.

Die Überwachung von Servern und Diensten wird bei Nagios mit sog. Plugins durchgeführt, die sowohl lokal auf dem Nagios Server, wie auch auf den zu überwachenden Hosts (Windows oder Linux) installiert werden können. Durch diesen Aufbau lässt sich Nagios einfach um zusätzliche Überwachungen erweitern oder an individuelle Einstellungen anpassen. Nagios überprüft diese Plug-ins mit einer Reihe von konfigurierbaren Parametern und erhält den entsprechenden Status zurück (entweder "OK", "Warning", "Critical" oder "Unknown). Tritt ein vordefiniertes Ereignis ein, so verschickt Nagios eine Meldung z.B. per E-Mail oder SMS an einzelne Kontaktpersonen oder Gruppen.

Die Überwachung von verteilten Strukturen über mehrere Standorte hinweg mit jeweils einzelnen Nagios-Instanzen sowie einer zentralen Instanz (die evtl. geclustert ist) ist ebenfalls realisierbar.

Fazit: Agieren anstatt Reagieren!

Vorteile von Nagios:

  • Proaktive Meldungen zur Vorbeugung von Systemausfällen
  • Schnelle Reaktion auf Systemausfälle
  • Detaillierte Fehlermeldungen erleichtern die Problemlösung
  • Erhöhung der Effizienz von IT-Systemen
  • Kaskadierte Alarmierung
  • Überwachung von Windows und Linux Hosts
  • Grundsätzlich kann jedes „IP“-Gerät integriert werden
  • Erstellung von eigenen Plug-Ins ist möglich
  • Zahlreiche zusätzliche Features (Anbindung eines Ticketsystems, Jabber, Business Process, usw.)

Mögliche Überwachungen:

  • Server und Clients inkl. Dienste (Windows/Linux)
  • Drucker/Printserver
  • Netzwerk (Router/Switches/Firewall)
  • Internet-Anbindungen/Dienste (Mail, FTP, HTTP)
  • Telefonanlagen
  • Raumsensoren (Temperatur, Luftfeuchtigkeit)
  • Warenwirtschaftssystem (Ports, Server-ressourcen, Festplattenkapazität, Dienste)

Varianten der Systemüberwachung:

Nagios-Outsourcing:
Die Überwachung der IT-Systeme erfolgt dabei nicht direkt beim Kunden, sondern wird über eine VPN-Anbindung von einer zentralen Instanz durchgeführt.

Nagios-Standard:
Beim Kunden wird ein Standard Nagios-System implementiert. Es werden vorgegebene Systemdienste überwacht.

Nagios-Enterprise:
Es wird ein individuelles, kundenspezifisches Konzept erarbeitet und umgesetzt. Hierbei kommen in der Regel Zusatzmodule wie NagVis oder NagiosGrapher zum Einsatz. Auf Wunsch wird anschließend das System supported und an neue Anforderungen angepasst.

www.nagios.org